Zwischen Sissi, Klimt, Sachertorte und Wiener Schnitzel – eine Kursfahrt nach Wien

Parkanlage Schloss Schönbrunn und größte Gloriette (Quelle: Euli)

Vom 23.09.2019 bis zum 27.09.2019 verbrachten die Leistungskurse M2 und D2 der MSS 13 mit Frau Müller und Herrn Dhein ihre Kursfahrt in Wien. Nachdem der Bus um kurz nach 22.00 Uhr vom Haupteingang des Leininger-Gymnasiums Richtung Wien aufbrach, kamen wir am nächsten Tag ohne Verzögerung oder Stau in der österreichischen Hauptstadt an. Nachdem die Koffer zunächst im Hostel geparkt wurden, fuhren wir weiter zum Schloss Schönbrunn. Dort erwartete uns eine eineinhalbstündige Führung über das Leben der Habsburger in ihrer Sommerresidenz. Danach hatten wir genügend Zeit, uns individuell die schlosseigenen Parkanlagen anzuschauen und ausreichend Fotos zu machen. 

Später ging es zurück ins Hotel Meininger, wo wir unsere Zimmer beziehen konnten. Am Nachmittag besuchten wir den Naschmarkt im 6. Bezirk von Wien, wo überwiegend Nippes, Obst, Gemüse, Backwaren, Fisch und Fleisch angeboten werden. Am Abend trafen sich die beiden Kurse zu einem gemeinsamen Abendessen in einem Brauhaus in der Innenstadt.

Am nächsten Tag erwartete uns nach dem Frühstück bereits unser Bus zu einer dreistündigen Stadtrundfahrt. Dabei erhielten wir zunächst einige Informationen über den 10. Bezirk, in welchem sich auch unsere Unterkunft befand. Dieser Wohnbezirk wird von der Bevölkerung einfach „Ghetto“, aber auch „Bossbezirk“  genannt, was daran liegt, dass er im Grunde aus zwei komplett unterschiedlichen Teilen besteht: Dem älteren Bereich, zu dem auch unser Hostel gehört, und einem Neubaugebiet mit dem recht neuen Hauptbahnhof, das vor allem ein Büroviertel darstellt, welches sich noch teilweise im Bau befindet. 

Im weiteren Verlauf erfuhren wir auch einiges über Wien (z.B. den kreisförmigen Aufbau seiner Bezirke und die Tatsache, dass die Hausnummern zum Zentrum hin rückwärts verlaufen) und die imposantesten Gebäude in der Innenstadt wie das Schloss Belvedere (vom französischstämmigen Militärgeneral Prinz Eugen von Savoyen, dem „Bezwinger der Osmanen“, erbaut), das wir uns auch zu Fuß näher ansahen, den Winterpalast (Hofburg) der Habsburger, das Parlamentsgebäude, die Opern- und Theaterhäuser, den Stephansdom und die Votivkirche, den Prater und die wichtigsten öffentlichen Plätze (z.B. den Karlsplatz und den Schwarzenbergplatz). Dabei fuhren wir auch über die Donau (die in Wien aus vier Teilen besteht, der alten und neuen Donau, der eigentlichen Donau und einem Donaukanal in der Innenstadt) nach „Transdanubien“, was so viel wie „jenseits der Donau, also einBereich, der nicht mehr wirklich zu Wien gehört“ bedeutet. Dort ist die NATO ansässig, weshalb dieser 22. Bezirk auch Diplomatenviertel genannt wird. Den Abschluss der Rundfahrt bildete der Besuch des Hundertwasser-Hauses. 

Nach einer Mittagspause ging es für den Deutsch-LK für zwei Stunden in das Albertina-Museum, wo u.a. Werke von Albrecht Dürer und Pablo Picasso ausgestellt sind. Abends stand dann für die Deutsch-LKler  der erste Theaterbesuch im Volkstheater an: „Die Merowinger oder Die totale Familie“.

Mittwochs gab es wieder Kultur: Um 8.30 Uhr gelangten wir mithilfe der super nahen, praktischen und pünktlichen U-Bahn zum Stephansdom, wo uns eine Katakomben-Führung erwartete. Später stand der Besuch der Winterresidenz der Habsburger, die Hofburg, mit Sissi-Führung und das Leopold-Museum, das vor allem Werke der Moderne ausstellt, an. Abends besuchte der Deutsch-LK das zweite Theaterstück „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ im Burgtheater, das wie das Volkstheater zuvor bereits durch seine Architektur und Inneneinrichtung beeindruckte. 

Am Donnerstag, im Grunde unserem letzten Tag in Wien, ging es noch einmal zum Schloss Belvedere, das wir dieses Mal auch betraten, um uns die dortige Kunstausstellung anzusehen. Vor allem der Raum, in dem Klimts „Der Kuss“ aushing, war besonders begehrt bei den Touristen – Selfies wurden am laufenden Band gemacht (und dabei leider kaum auf andere Galeriebesucher Acht gegeben).

Mit einem letzten gemeinsamen Abendessen im Augustiner-Keller unterhalb der Albertina ließen wir unsere Kursfahrt ausklingen, bevor es um 8.00 Uhr am Freitagmorgen wieder nach Hause ging.

Was ist nun mein persönliches Fazit zu dieser Kursfahrt?

Das Hostel unserer Wahl, das Meininger Hotel im 10. Bezirk, entsprach zwar nicht ganz unseren Vorstellungen, aber ausgerüstet mit Desinfektionsspray, -tüchern und -gel aus dem nahegelegenen österreichischen Aldi (der dort jedoch Hofer heißt) konnten wir uns das Zimmer wenigstens einigermaßen herrichten. Ausgestattet mit dem größtmöglichen Luxus (den leider nur eine Mädchengruppe genießen konnte, bestehend aus verstopfter Dusche, festgetretenem Kaugummi, einer schlecht ablaufenden Toilettenspülung  – die für einige kleine Panikattacken sorgte -, kaputten Spints, 10cm-dicken-Matratzen, einer kaputten Toilettentür und einem schief hängenden Fernseher) bot das von uns liebevoll genannte „Etablissement“ im sogenannten Ghetto einen doch erheblichen Unterschied zur eigentlichen Kursfahrt, die wirklich interessant und schön war.

Nachdem wir bei der Hinreise nur den alten Teil des 10. Bezirks gesehen hatten (es wurden sogar Vermutungen angestellt, dass wir uns in Ludwigshafen-Oggersheim befinden würden), war die Erleichterung in den nächsten Tagen doch groß, als wir die prachtvolle Innenstadt Wiens zu Gesicht bekamen. Vor allem die Schlösser, Parkanlagen und die alten Gebäude waren wirklich sensationell und sehenswert. Besonders das tolle Wetter mit strahlendem Sonnenschein und Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad (im Kontrast zu den Regengüssen Zuhause) spielte unseren Ausflügen in die Karten. Hier sollte auch unbedingt das entspannte U-Bahn-Netz Wiens erwähnt werden, wo alle vier Minuten die relevanten Bahnen einfahren und so auch notorischen Zuspätkommern entgegenkommen. 

Glücklicherweise erhielten wir genug Zeit zwischen Kunstmuseen, Führungen, der Stadtrundfahrt und dem Besuch des Hundertwasser-Hauses, individuell durch die Stadt zu ziehen, den Prater zu besuchen, Cafés zu testen und die Wiener Spezialitäten auszuprobieren.  

Beim letzten gemeinsamen Abendessen erhielten wir darüber hinaus auch die Möglichkeit, nach „angemessener“ Wartezeit (eine Gruppe von Mitarbeitern des Finanzministeriums hatte sich an diesem Abend ebenfalls in dem Restaurant eingefunden und war natürlich wichtiger als eine Gruppe von Schülern mit ihren Lehrern) ein echtes Wiener Schnitzel vom Kalb zu essen – Sachertorte und Apfelstrudel wurden bereits am ersten Tag unseres Aufenthalts getestet und für gut empfunden. 

Mit gutem Gewissen, nicht nur das Wiener Nachtleben aufgemischt und unser Zimmer für die Nachwelt gründlich gesäubert zu haben, sondern auch einiges über die Geschichte (vor allem in Bezug auf die Habsburger – ich sage hier nur: Der Mythos Sissi), Architektur, Kunst und Kultur Österreichs erfahren zu haben, konnten wir uns am Freitag untermalt von der Musik der „Fledermaus“ und dem Radetzky-Marsch schließlich auf die Heimreise machen.

Kira Marie Niederberger (MSS 13)