Sophie Cochrane, 16 Jahre alt, berichtet uns regelmäßig in der Kategorie „LG ABROAD“ von ihrem Auslandsjahr in Irland. Seit drei Monaten ist sie nun schon unterwegs. Wie es ihr bisher gefällt, erfahrt ihr in dem folgenden Interview.

Ob Klassen- oder Kursarbeiten, Schüler und Schülerinnen des Leininger-Gymnasiums befinden sich momentan in der typischen vorweihnachtlichen Klausurenphase. In Irland wird es kaum anders sein, oder nicht? Wie unterscheidet sich deine Schule vom LG?

Der Unterricht hier ist unfassbar einfach! Im Transition Year (entspricht der 10. Klasse), in dem ich gerade bin, macht man wirklich kaum etwas. Es gibt keine Klassenarbeiten oder sonstige Prüfungen – auch finden viele Ausflüge statt. Meine Schule hier ist außerdem viel kleiner als das LG. Pro Jahrgang gibt es meistens nur eine Klasse. Auch wenn ich auf eine gemischte Schule gehe, ist es hier üblich, dass Mädchen und Jungen verschiedene Schulen besuchen. Die Schulen grenzen sich durch individuelle Schuluniformen voneinander ab, die hier Pflicht sind (übrigens tragen die Mädchen an meiner Schule keine Röcke, sondern Hosen!).

Denkst du, dass sich deine Englischkenntnisse schon verbessert haben?

Das kann ich schlecht beantworten, da ich schon immer gut in Englisch war. Meine Gastschwester hat sich allerdings letztens einen englischen Text durchgelesen, den sie im August verfasst hat, und konnte nicht glauben, wie schlecht ihr Englisch damals noch war! Sie hat sich also auf jeden Fall verbessert.

Gab es denn schon Situationen, in denen die Sprache zum Problem wurde?

Besonders die Zeitangaben sind etwas gewöhnungsbedürftig. Wer hätte gedacht, dass die Iren, wenn sie “At half two“ sagen, nicht „Halb zwei“, sondern „Halb drei“ meinen?

So schnell kann Pünktlichkeit zum Problem werden… Gibt es noch etwas Wichtiges, was du durch dein Auslandsjahr gelernt hast?

Ich habe auf jeden Fall gelernt, besser mit anderen Menschen umzugehen. Und natürlich habe ich viel über irische Traditionen gelernt. Gerade zur Weihnachtszeit ist es hier sehr spannend.

Inwiefern unterscheidet sich denn die irische Weihnachtszeit von der deutschen?

Erster, zweiter, dritter und vierter Advent – das gibt es hier nicht. Außerdem wird kein Nikolaus gefeiert. Wie es auch in Großbritannien üblich ist, werden hier die Weihnachtsgeschenke erst am 25. Dezember ausgepackt und mit der Familie gefeiert.

Bei uns stehen nun schon bald die Weihnachtsferien an – ein typisches Familienfest. Du wirst deine Ferien nicht bei deinen Eltern verbringen können. Hast du denn kein Heimweh?

Ich habe bisher überhaupt kein Heimweh gehabt! Meine Gasteltern sind wirklich sehr nett. Sie haben viele Haustiere, mit denen ich gerne Zeit verbringe, außerdem verstehe ich mich super mit meiner Gastschwester! Das einzige, was ich vermisse, ist eine Heizung...

Eine Heizung? Heizen die Iren ihre Häuser denn nicht?

Anscheinend nicht. Hier wird die Heizung oft nur ein bis zwei Stunden am Tag eingeschaltet, dabei sind die Häuser nicht mal gut isoliert… Ich habe von allen anderen Austauschschülern, mit denen ich bisher geredet habe, gehört, dass ihre Häuser auch immer eiskalt sind!

Und dabei fängt der Winter erst an! Gibt es etwas, was für dich bis jetzt besonders schwer war? Abgesehen von der Kälte natürlich….

Wirkliche Schwierigkeiten hatte ich bisher noch nicht. Jedoch ist es hier nicht einfach, auszugehen. Das Haus meiner Gastfamilie steht mitten auf einem Feld, weswegen nichts daran angrenzt. Weder Nachbarhäuser, noch Gehwege! Wenn ich zum nächsten Dorf gehen möchte, muss ich auf der Straße laufen, was ziemlich gefährlich ist bei den kurvigen Straßen… Sogar im Dorf hält nur zwei Mal am Tag ein Bus. Das ist sehr unpraktisch, wenn ich zur Schule muss oder zurück nach Hause fahre.

Unglaublich, wie viele neue und spannende Eindrücke du bereits gesammelt hast! Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß und hoffe, dass du deine Zeit in Irland genießen kannst. Vielen Dank für das Interview!

Das Interview führte Sarah E. Kühn (MSS 11)

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