Was man schon immer über die Stadtwerke wissen sollte…

Quelle: Euli

Hauptstrom- und Wasserlieferant in Grünstadt und Umgebung sind die Stadtwerke Grünstadt, kurz SWEN, mit 13.300 Stromkunden (Stand 2017). 

Unter dem Begriff „Stadt-“ oder auch „Gemeindewerke“ versteht man dabei ein öffentliches Unternehmen auf der Gemeinde- oder auch Kreisebene vor allem im Bereich der Versorgungs-, Wohnungs-, sowie der Verkehrswirtschaft. 
Die Geschichte der Stadtwerke selbst reicht bis ins 19. Jahrhundert, das Zeitalter der Industriellen Revolution: Vor allem aufgrund der Umstellung der Beleuchtung von Öllampen auf Gaslaternen wurde bereits 1862 ein Gaswerk in Grünstadt erbaut. Wenig später kaufte die Stadt das Nutzungsrecht der Wasserquelle in Mertesheim, um die anhaltende Wasserknappheit einzudämmen. In den folgenden Jahren wurden ein weiteres Gaswerk, ein Pumpwerk und weitere Wasserhochbehälter erbaut. Durch die Errichtung des Ortsnetzes 1913 konnte dann der erste Strom durch Grünstadts Straßen fließen. Nachdem die Eigenversorgung mit Gas kurz vor dem 2. Weltkrieg eingestellt wurde, fokussierte man sich vor allem auf die Wasserversorgung, die weiter ausgebaut wurde.  Seit 1999 sind die Stadtwerke Grünstadt eine Kapitalgesellschaft (GmbH). 

Doch wie ökologisch sind die Stadtwerke heute? Nun, bereits im Jahr 1972 wechselte Grünstadt von Stadtgas auf das umweltschonendere Erdgas. SWEN besitzt darüber hinaus mehrere Blockheizkraftwerke, die vom ökologischen Standpunkt aus deutlich weniger CO2 produzieren. Außerdem können sie effektiver fossile Brennstoffe wie Öl und Gas in nutzbare Energie umwandeln, wodurch auch dieser Verbrauch gesenkt wird. 

Als weiteres Angebot von SWEN gewährleistet das Unternehmen für eine Erhöhung des Vertragspreises um einen Euro, dass der Strom zu 100% aus Wasserkraft gewonnen wird.

Dies funktioniert folgendermaßen: Mithilfe von Turbinen wird die Energie der Strömung (=Bewegungsenergie), sowie die Energie durch den Höhenunterschied des aufgestauten Wassers (=potenzielle Energie) in nutzbare Energie umgewandelt. Hier gibt es zwei verschiedene Formen von Wasserkraftwerken: Die Laufwasserkraftwerke, die die natürliche Strömung von Flüssen nutzen, um daraus Energie zu gewinnen, oftmals auch mithilfe von Stauwerken, und die Speicherkraftwerke, die die Energie aus Stauseen beziehen.  Ein Kritikpunkt an Wasserkraftwerken ist die Tatsache, dass dafür oft erhebliche Eingriffe in die Natur nötig sind: So sind die Kraftwerke nur rentabel, wenn sie das ganze Jahr über Strom produzieren können. Dies ist jedoch nur möglich, wenn auch die Fließgeschwindigkeit konstant bleibt und möglichst viel Wasser vorhanden ist (mehr Wasser = größerer Höhenunterschied). Bei naturbelassenen Flüssen und Bachläufen ist das aber nicht gegeben. Deshalb müssen sie begradigt und das Wasser aufgestaut werden. 

Positiv überrascht wird man jedoch auch, wenn man auf der Homepage des Unternehmens landet. Dort findet sich nämlich die Rubrik „Energiespar-Tipps“, die Ratschläge zum Strom- und Wassersparen, zum Senken der Heizkosten und Alternativen zur Gas- und Erdölheizung bietet – so z.B. Zeolith. 

Bei der Zeolith-Heizung handelt es sich um eine Wärmepumpenheizung, die also den größten Teil der erzeugten Wärme aus der Luft, dem Erdboden und dem Wasser zieht. Bei einer Zeolith-Heizung nutzt man dabei die Eigenschaften des Gesteins: Da es porös ist, kann es Wasserdampf aus der Luft wie ein Schwamm aufnehmen und speichern. Dabei entsteht Wärme, die beispielsweise zum Erwärmen des Trinkwassers genutzt werden kann. 

Dennoch liegt der letzte Schritt bei uns Verbrauchern. Nur, wenn wir selbst lernen, unseren Verbrauch zu regulieren, kann der Umwelt nachhaltig geholfen werden. Das beginnt bereits beim Kochen mit Topfdeckel (was ¼ der Energie reduziert) oder beim Nutzen eines elektrischen Wasserkochers statt Wasser im Topf auf dem Herd zu erhitzen. Strom kann man jedoch auch sparen, wenn man Elektrogeräte in den Standby-Modus setzt, wenn man gerade nicht daran arbeitet. 

Sowohl strom- als auch wassersparend ist das Anschalten der Spül- und Waschmaschine erst, wenn sie voll beladen sind. Denn eine Waschmaschine, die 5 Jahre alt ist, verbraucht pro Waschgang ca. 66 Liter Wasser und auch der Stromverbrauch ist nicht gering. Hier sollte man möglichst darauf achten, Geräte der höchsten Effizienzklasse (A+++) zu kaufen, die etwa 150 kWh Strom verbrauchen. Statistisch gesehen verbraucht eine Waschmaschine der Effizienzklasse A+ im gleichen Zeitraum rund 220 kWh. 

Kira Marie Niederberger (MSS 12)

Quellen:  

Homepage SWEN www.swen-gruenstadt.de

www.energie.web.de/ratgeber/verbrauch/stromverbrauch-waschmaschine.de/

www.vaillant.de/heizung/heizung-verstehen/heiztechniklexikon/begriffe-t-z/zeolith-heizgerat/

www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/energie-aus-wasserkrafttextpart-1    

(Stand: 28.02.2019)