,,Venom: Let There Be Carnage“- eine Filmrezension

Quelle: https://www.sonypictures.de/film/venom-let-there-be-carnage

Am  21. Oktober 2021 erschien in den deutschen Kinos (1. Oktober 2021 in den US-amerikanischen) die Fortsetzung zu Marvels ,,Venom“ (2018) unter der Regie von Andy Sekis.

Der Film startet mit einer Rückblende: Der damals noch junge Cletus Kasady (gespielt von Woody Harrelson) muss hilflos miterleben, wie seine Kindheitsliebe Frances Barrison (Naomie Harris) aus dem St. Estes-Heim für unerwünschte Kinder in die Ravencroft-Anstalt (Institut zur Aufbewahrung von Menschen mit unnatürlichen Kräften bis zu ihrem Lebensende) gebracht wird. Beim Transport dorthin versucht sie zu entkommen, indem sie ihre ,,Superkraft“, einen hochfrequenten, lauten Schrei verwendet, um den sie bewachenden Polizisten Patrick Mulligan (Stephen Graham) zu überwältigen. Er schießt ihr ins Auge und glaubt sie getötet zu haben, tatsächlich aber wird sie in die Ravencroft-Anstalt transportiert, er selbst erleidet durch den Schrei eine Verletzung am Ohr, wodurch er nun auf Hörgeräte angewiesen ist.

Nun beendet der Film die Rückblende: Mulligan, nun zum Detective aufgestiegen, kontaktiert den Protagonisten und Redakteur Eddie Brock (Tom Hardy), sodass dieser mit Kasady – nun als Serienmörder verurteilt  – sprechen kann, da dieser Kontakt mit jeglicher anderen Person verweigert. Nach diesem Gespräch kann Venom, der in Brock lebende Symbiont, die bisher vermissten Leichen der Opfer Kasadys‘ finden.

Durch diese Funde zu Ruhm gekommen, besucht Brock den Serienmörder auf Einladung erneut, kurz vor dessen Hinrichtung durch die Giftspritze. Statt nun aber weitere Informationen an den Redakteur zu geben, wie eigentlich versprochen, beleidigt Kasady diesen, wodurch Venom den Serienmörder angreift. Indem der Verurteilte seine Chance ergreift und Eddie in die Hand beißt, nimmt er einen Teil des Symbionten unbemerkt in sich auf: An dieser Stelle ist Carnage, das radikale, aggressivere Double zu Venom, geboren.

Die Hinrichtung des Serienmörders scheitert, da dessen Symbiont den Zufluss des Giftes blockiert, aus dem Todestrakt ausbricht und dabei sowohl Wächter tötet als auch Insassen befreit. Durch den Symbionten ist er in der Lage, Barrison zu lokalisieren und aus der Institution zu befreien. Zusammen brennen sie den Anfang ihrer Geschichte, das Kinderheim, nieder.

Aus Rache nimmt Barrison Mulligan, welcher ihr Auge zerstört hatte, als Geisel, Carnage entführt die ehemalige Verlobte von Brock, Anne Weying (Michelle Williams).

In einer Kathedrale kommt es schlussendlich zum großen Finale: In einer über 10 Minuten langen Kampfszene gelingt es Venom, seinen mehr als ebenbürtigen Gegner zu besiegen, dabei müssen die Träger der Symbionten auch immer wieder auf ihre eigenen Kräfte zurückgreifen, da die Glocke der Kathedrale immer wieder läutet, was den geräuschempfindlichen Symbionten die Möglichkeit entzieht, die Kontrolle zu übernehmen.

Barrison stirbt durch die im Kampf auf sie fallende Glocke, Venom frisst Carnage und  – nach einem kurzen Versuch Kasadys‘, Freundschaft mit Brock zu schließen, den Serienmörder.

In den letzten 5 Minuten des Films sieht man Venom und Brock am Strand, um Urlaub zu machen. Damit endet der Film, jedoch sollte man noch ein paar Minuten warten: Der Abspann wird kurz für eine post credit scene unterbrochen, in welcher Anspielung auf den kommenden Marvel Film ,,Spieder Man: No way home“ gemacht wird.

Quelle: https://www.sonypictures.de/film/venom-let-there-be-carnage

Positiv anzuhalten ist dem Film, dass er in seinen gerade einmal 97 Minuten (98 Minuten, wenn man die post credit scene mit einberechnet) eine in sich geschlossene Geschichte erzählt: Ohne den ersten Teil gesehen zu haben, kann man den Film wahrscheinlich trotzdem verstehen. Die im ersten Teil häufig als größter Kritikpunkt angeführten „langweiligeren Passagen“ fallen in dem etwas mehr als eineinhalbstündigem Film weg, gleichzeitig wird der Fokus auch mehr in Richtung Komik gelenkt: Entstand im ersten Teil nur vereinzelt Situationskomik, so ist der Nachfolger durchzogen von (mehr oder weniger guten) Elementen dieser. Die neu hinzugefügten Charaktere haben ihre eigene, plausible Geschichte.

Doch werden in „Venom: Let There Be Carnage“ leider auch Charaktere völlig anders dargestellt als man sie aus dem Vorgänger gewohnt ist: So etwa Dr. Dan Lewis (Reid Scott), der Verlobte von Anne Weying: Im ersten Teil noch hilfsbereit und  freundlich, im zweiten jedoch arrogant, hinterlistig und unsympathisch. Das und die überdrehte Darstellung der Handlung sind zwei Punkte, die den sonst wirklich großartigen Film leider etwas verschlechtern.

Von der Sound- und Animationstechnik, wie auch schauspielerisch ist der Film äußerst gelungen: Die Symbionten wirken plastisch, einzelne Ortschaften sind detailreich dargestellt. Die Kameraführung weist verschiedene, teils auch schwierigere Stilmittel auf: Ungewohnt etwa, jedoch sehr passend für die Passage, ist ein Übergang durch nach unten Wegdrehen.

Fragwürdig ist die Altersfreigabe: Mit der FSK-Freigabe von gerade einmal 12 Jahren (PG-13 in den US-Kinos): In Überlegung war die Freigabe mit R-Rating (entspricht FSK 16 beziehungsweise FSK 18), durch das einfache ,,Gut-Böse-Schema“ und die durch ,,zahlreiche humoristische und ironische Brechungen“ doch gewalttätigen Szenen entschied man sich aber dagegen.

Im Netz erhält der Film meist eine Bewertung von 6-7 von 10 Sternen. Ich selbst würde den Film bei 7,5 von 10 Sternen einordnen: Sehenswert ja, aber kein unbedingtes Muss.

Joshua Kaiser (MSS 12)

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