Tierschutz im Winter

Langsam kommt nun auch der Winterbetrieb am LG so richtig auf seine Kosten: Die dicken Wintermäntel werden ausgepackt, der Zwiebellook kommt wieder in Mode, auf den Pausenhöfen liegt eine weiße Decke und die Heizung wird wieder aufgedreht. Damit ist dieses Problem in den meisten Fällen (wenn nicht gerade ein Heizkörper versagt oder die Klasse zuvor einen enormen Frischluftdrang hatte) schnell wieder gelöst.

So schöne, einfache Lösungen gibt es jedoch nicht überall in der kalten Jahreszeit. Gerade die Begeisterung bei den Tiervereinen über Temperaturen (weit) unter null Grad hält sich stark in Grenzen. Bereits früher im Jahr müssen sie sich darauf einstellen, die Streuner im In- und Ausland zu versorgen, die oftmals um das Überleben kämpfen müssen.
Ja, nicht nur im Ausland stellt der Winter ein Problem dar. Auch im angeblich so tierfreundlichen Deutschland gibt es unzählige Streunerkatzen, die tagtäglich nach Nahrung suchen und den Gefahren des Alltags und Parasiten trotzen müssen. Da gerät die romantische Vorstellung des Freiseins und der Ungebundenheit in weite Ferne. In Deutschland soll es circa zwei Millionen streunende und verwilderte Katzen geben, die an ihren ausgemergelten Körpern, ihrem zerzausten Fell und oftmals unbehandelten Wunden zu erkennen sind.

Gerade für sie stellt der Winter nicht nur ein großes Problem, sondern auch eine große Bedrohung dar. Daher wollen gerade zu dieser Jahreszeit vermehrt Menschen den Tieren helfen. Das Problem? Liegen die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, kann bereitgestelltes Nassfutter oder frisches Wasser in Schalen leicht gefrieren. Deshalb raten Tierschutzorganisationen vermehrt zu Trockenfutter, das einen hohen Fleischanteil besitzt und zuckerfrei ist. Je geschützter die Näpfe stehen, desto besser.
Eine weitere, winterbedingte Gefahr sehen Tierschützer im Eis. Wassertiere und Wasservögel wie Enten, Gänse und Schwäne frieren fest und würden ohne Hilfe verhungern.

Leider liegt das Problem nicht nur bei Straßenkatzen, sondern auch bei den sogenannten Sheltern. Im Grunde verbirgt sich dahinter nichts anderes als Tierheim (vor allem im Ausland), in denen die Tiere zwar Unterschlupf finden, aber die Kapazitäten oftmals voll ausgeschöpft sind. Die Ausstattung ist meist auf ein Minimum heruntergeschraubt, angesichts der hohen Anzahl von Tieren sind die Mitarbeiter oft überfordert und können sich nur um die Grundbedürfnisse der Tiere kümmern. Viele der Zwinger sind teilweise offen oder besitzen nicht einmal eine Überdachung, wodurch es im Winter bitterkalt wird. Decken werden zwar gerne gespendet, jedoch können sie nur in eingeschränktem Maße genutzt werden, da sie vor Schnee oder Regen genauso wenig geschützt sind wie die Hunde selbst. Daher bieten sie bei Minusgraden keinen Wärmeschutz sondern bergen vielmehr eine Gefahr für die schlafenden Hunde.
Hinzu kommt, dass die Mitarbeiter der Tierheime die Decken nicht regelmäßig waschen bzw. wechseln können, wodurch sich aufgrund der fehlenden Hygiene leicht Bakterien bilden und vermehren. Decken können daher nur bei Welpengruppen genutzt werden, nach denen ohnehin regelmäßig gesehen werden muss.
Auch Stroh, Heu oder Streu bietet keine wirkliche Alternative, da sich bei Nässe lebensgefährliche Schimmelpilze bilden können.
Die Tiere sind durch die Kälte jedoch zusätzlich geschwächt, wodurch Operationen oder Kastrationen, die vermehrt zur Vorbeugung von neuen Streunern durchgeführt werden, nicht möglich sind. Daher sind gerade in dieser Zeit Futterspenden besonders wichtig, um die Tiere zu stärken und damit sie eine Fettschicht bekommen, damit sie die Kälte und mögliche Krankheiten überleben können. Viele Tierheime haben daher auf ihren Seiten Links zu verschiedenen Onlineshops für Tiere, bei denen sie sogenannte Wunschlisten aufgestellt haben. Spendenfreudige Tierfreunde können dort für die Vereine und Tierhilfen genau das einkaufen, was wirklich benötigt wird – und die Freude über diese Geschenke ist ihnen sicher.

Kira Marie Niederberger (MSS 12)

1 Kommentar zu "Tierschutz im Winter"

  1. Cool, dass ihr so viele Artikel schreibt. Ich würde mich freuen, mehr Artikel über Besuche der Klassenstufe 5 bis 7 oder so zu lesen.
    Euch noch einen schönen Winter!
    P.S.: Süßer Hund!

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