Seehundstation Norddeich – Rettung für Seehund & Co

Quelle: Wilhelmy

Florian aus der Klasse 7C besuchte eine Seehundstation und berichtet uns, was getan wird, um den zurückgehenden Bestand der Tiere im Wattenmeer zu schützen:

In Norddeich befindet sich die einzige Seehundstation Niedersachsens. Diese wurde 1971 erbaut, weil die Seehundbestände der Nordsee damals drastisch abnahmen.

In der Station finden junge Seehunde und Robben, sogenannte Heuler, die von ihrer Mutter getrennt wurden, vorübergehend ein neues Zuhause. Man nennt die Jungen „Heuler“, weil sich die Rufe nach ihrer Mutter wie ein Heulen anhören.

In der Seehundstation angekommen, müssen die Heuler erst mal in Quarantäne, um sie auf Krankheiten zu untersuchen und um sie aufzupäppeln. Benannt werden sie meist nach ihrem Finder. In der Station bleiben die Tiere so lange, bis sie bereit für die Auswilderung sind. Es gibt hier nur zwei Tiere, die nicht ausgewildert wurden. Eines war beim Auffinden bereits so an den Menschen gewohnt, dass es in freier Wildbahn nicht überlebt hätte, das andere hat zu 50 % verkürzte Flossen und ist damit viel zu langsam, um selbst Fische zu fangen.

Aus welchen Gründen kommt es aber dazu, dass Seehundbabys von ihren Müttern getrennt werden?

Der häufigste und eigentlich unnötige Grund ist, dass Menschen, z.B. auf der Jagd nach einem spektakulären Foto, auf den Seehundbänken viel zu nah an die Tiere herangehen. Dadurch fühlt sich die Mutter bedroht und flüchtet sich ins Meer. Das Jungtier bleibt allein zurück. Außerdem kann die Mutter durch starke Strömung oder Stürme abgetrieben werden und so den Kontakt zu ihrem Jungen verlieren.

Was sollte man tun bzw. nicht tun, wenn man einen verwaisten Heuler findet?

1. Einen Abstand von mindestens 200 m, besser 300 m, halten und das Jungtier auf keinen Fall anfassen.

2. Die Nummer der Seehundstation wählen und den Fundort durchgeben.

3. Sich vom Fundort entfernen, damit der Heuler nicht noch mehr gestresst wird.

Wenn alle diese Punkte eingehalten werden, besteht eine große Chance, dass die Jungtiere sich auch später nach der Auswilderung wieder in ihrem natürlichen Lebensraum zurechtfinden.

Der Besuch einer solchen Station ist auf jeden Fall empfehlenswert, weil es sehr interessant ist und mit den Eintrittsgeldern die Arbeit der „Seehundretter“ unterstützt wird.

Florian Wilhelmy (7C)

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