Schule ist Leben

26.09.2020, 9:00 Uhr:

Genau wie über hundert andere Leute sitze ich vor meinem Bildschirm und wähle mich beim „Schule ist Leben“ Barcamp ein, um mich über neue Wege und Paradigmen für unser Bildungssystem auszutauschen. Begrüßt werden wir von dem Orga-Team, dessen Mitglieder sich ehrenamtlich in ihrer Freizeit dafür engagieren. Das Geld für die technische Umsetzung wurde über ein Crowdfunding gesammelt.

Zunächst steht die Keynote (Rede) von Magret Rasfeld (dt. Autorin und ehemalige Schulleiterin) auf dem Programm. Ihre Kernaussage, dass das Bildungssystem dringend einen Paradigmenwechsel, also eine tiefgreifende Veränderung in den Grundlagen benötige, löst bei mir ein großes Gefühl der Zustimmung aus; auch bei vielen anderen TeilnehmerInnen, wie den Kommentaren im Chat zu entnehmen ist. Alle strahlen jetzt schon einen großen Willen zur Veränderung aus.

Bei einem Barcamp gibt es parallel viele verschiedene Sessions (Präsentationen), welche man jeder Zeit nach seinen Interessen besuchen und auch wieder verlassen kann. Beteiligen und Mitwirken geht über Frontalpräsentation! Grundsätzlich kann jeder Teilnehmer auch spontan eine eigene Session anbieten. Neben den Sessions gibt es weitere Angebote, um neue Leute kennenzulernen und zu entspannen.

Für mich war die Teilnahme an den Sessions „Partizipation durch Feedback-Kultur“ von Tabea Tüshaus und „Kidsscrum“ von Barbara Hilgert besonders wertvoll.

Tabea erzählt von eigenen Erfahrungen, was ihr Thema besonders lebendig macht. Sehr gefreut hat es mich, dass ich in den Austausch miteinbezogen wurde und mir viel Verständnis entgegengebracht wurde. Interessant fand ich auch die Methode „marte meo“, welche die Stärken des Einzelnen stärkt und sich nicht im Abtrainieren der Schwächen verausgabt. Zudem wurden einige Methoden des unmittelbaren Feedbacks für den Lehrer nach einer Unterrichtsstunde vorgestellt: Zum Beispiel das Fünf-Finger-Feedback, Likes, SEfU oder auch das Aufstellen an einer Feedback-Linie.

Barbara beschäftigt sich mit einer neuen Unterrichtsmethode, um Schüler selbstständiger und motivierter zu machen und sie besser auf das Berufsleben vorzubereiten. Die Methode „Kidsscrum“ ist an die Methode „Scrum“ angelehnt, die in vielen Firmen eingesetzt wird. Bei „Kidsscrum“ stellt der Lehrer den Schülern ein Ziel, welches sie selbstständig mit der Hilfe eines sogenannten Scrummasters (optimal ebenfalls ein Schüler) in Sprints (kurzer Zeitraum von 1-4 Wochen) und Retrospektiven (Rückblick auf die Sprints) erarbeiten. 

Abschließend fand ein Tages-Kaleidoskop statt, um Eindrücke und bemerkenswerte Momente für alle noch einmal festzuhalten. An weiteren Tagen wurden Filme und Videos zu diesem Thema gespielt.

Bemerkenswert fand ich, dass ein offener, bunter Haufen an dem Event teilnahm. Von alt bis jung: Schulleiter, Lehrer, Eltern, Schüler und Programmierer waren vertreten, so dass ein reger Austausch stattfinden konnte. Besonders war das im Großen und Ganzen verwendete Per-Du und die Offenheit aller Seiten.

Mehrere Sessions wird es zum Nachschauen unter https://schule-ist-leben.camp/ geben.

Amelie Müller (MSS11)

4 Kommentare zu "Schule ist Leben"

  1. Liebe Amelie,

    Herzlichen Dank für das tolle Feedback! Ich habe mich sehr darüber gefreut und auch über Dein Engagement als Schülerin!

  2. Wow, großartige Initiative.

    Da sage ich jetzt einfach mal frech: Wir brauchen Programmieren statt Latein, mehr Denken und weniger Auswendiglernen.

  3. Liebe Amelie,
    schön, dass Du dabei warst und noch schöner, dass Du so schnell diesen Artikel verfasst hast.
    „ZEIT, DIE WELT ZU VERÄNDERN“, würde ich sagen.

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