Ökologischer Fußabdruck: Wie nachhaltig lebst du?

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Isst du viel Fleisch und Fisch? Bananen im Winter? Kaufst du regelmäßig Kleidung und fährst mit dem Auto in die Stadt?

Das sind nur ein paar der Fragen, die du dir stellen musst, wenn du deinen ökologischen Fußabdruck verringern möchtest. Der ökologische Fußabdruck gibt an, wie viel produktive Fläche der Erde, darunter fällt, zum Beispiel Acker- und Weideland, ein Mensch braucht, um seinen derzeitigen Lebensstandard zu erhalten.

Das Global Footprint Network hat den ökologischen Fußabdruck der Bevölkerung verschiedener Länder miteinander verglichen. Das Ergebnis der Non-Profit-Organisation zeigt, weswegen es wichtig ist, über nachhaltigere Lebensstile zu diskutieren. Wenn jeder Mensch der Erde so leben würde wie ein Deutscher, bräuchte es zwei Erden, um genug Ressourcen für alle herzustellen. Spitzenreiter in Sachen fehlendes Bewusstsein für Nachhaltigkeit scheint die USA zu sein. Wenn die gesamte Weltbevölkerung den Lebensstil der Amerikaner teilen würde, bräuchte es fast fünf Erden, um den Lebensstandard der Menschen zu erhalten. Die Nachfrage nach natürlichen Ressourcen ist seit Jahren höher, als die Erde Ressourcen regeneriert. Leider wächst die Erde nicht mit dem ständig geforderten Wirtschaftswachstum mit. Wie lange lässt sich unsere Erde überbeanspruchen, bis wir uns unsere eigene Lebensgrundlage entziehen?

Organisationen, wie „Brot für die Welt“, stellen im Internet Tests zur Verfügung, die deinen individuellen Fußabdruck berechnen und dir Tipps zur Verbesserung deiner Nachhaltigkeit geben können. 

Der erste Faktor, der deinen ökologischen Fußabdruck stark beeinflusst, ist die Ernährung. Wer oft Fleisch und täglich Milch und Eier konsumiert, schneidet in Sachen Nachhaltigkeit wesentlich schlechter ab als Vegetarier und Veganer. Zum Beispiel stecken in einem Stück Fleisch mehr Ressourcen, als nur das Tier selbst. Der Anbau von Tiernahrung verbraucht große Ackerflächen, für die ganze Regenwälder weichen müssen. Noch viel erschreckender sieht die Wasserbilanz aus: Laut der Organisation „Water Foodprint Network“ benötigt die Herstellung eines einzigen Kilogramm Rindfleisch 15.000 Liter Wasser, die unter anderem in Form von Trinkwasser, Anbau von Futter und Wasser zur Stallreinigung verbraucht werden. Für ein Kilogramm Kartoffeln werden dagegen nur 100 Liter benötigt. Der Ressourcenverbrauch durch die industrielle Massentierhaltung ist folglich immens hoch – Ressourcen wie Wasser und Anbaufläche, die direkt für die Ernährung der Weltbevölkerung genutzt werden könnten, anstatt über die Produktion von tierischen Produkten verloren zu gehen.

Nicht nur Wasser und Anbaufläche können eingespart werden. Nach einer Schätzung des Umweltbundesamts verursacht die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch bis zu 28 Kilogramm Treibhausgase – Der Wert von Obst und Gemüse liegt unter ein Kilogramm. Den Fleisch- und Fischkonsum zu verringern ist eine einfache Methode, um den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verbessern.

Aber auch beim Konsum von Obst und Gemüse ist Vorsicht geboten. Um die langen Transporte der Lebensmittel per Schiff oder Flugzeug zu vermeiden, wäre es am sinnvollsten, nur noch regionale Produkte zu kaufen. Das heißt: Keinen Kaffee, keine Schokolade und keine Südfrüchte im Winter. Heutzutage ist ein Leben von regionalen Lebensmitteln ist in kälteren Ländern, wie Deutschland, sehr schwer.

Auch Elektrogeräte, Drogerieartikel, Bücher, Kleidung und vieles mehr werden nicht direkt in Deutschland hergestellt, sondern haben einen langen Weg hinter sich, bis sie bei uns in den Läden liegen. Wer schlecht auf importierte Produkte verzichten kann, sollte darauf achten, nachhaltig mit ihnen umzugehen, wird durch den Fußabdruck-Test von „Brot für die Welt“ deutlich. 

Auch wenn die Ernährung ein entscheidender Faktor beim Verringern deines ökologischen Fußabdrucks ist, entscheidet auch das Konsumverhalten über deine tatsächliche Nachhaltigkeit. Wer zum Beispiel häufig shoppen geht, insbesondere bei Billig-Herstellern wie Primark, und sich regelmäßig ein neues Handy leistet, kann laut dem Fußabdruck-Test von „Brot für die Welt“ noch viel verändern. 

In anderen Bereichen, wie zum Beispiel beim Papierverbrauch und Verkehr, wird es insbesondere für uns Schüler schwieriger. Nicht jedes Dorf hat einen eigenen Bahnhof und schon an Busverbindungen, die an Schulzeiten angepasst sind oder auch abends regelmäßig in größere Städte fahren, mangelt es.

Deswegen musst du individuell entscheiden, in welchen Bereichen du nachhaltiger leben kannst und möchtest. Ein erster guter Schritt ist es, den Fußabdruck-Test von „Brot für die Welt“ zu machen und dein Konsumverhalten ehrlich zu hinterfragen.

Sarah E. Kühn (MSS 12)