Nach dem Abitur auf Weltreise III: Zwischenfazit

Quelle: Merihan Negm

Im Laufe meiner Reise habe ich kontinuierlich Geld ausgegeben, bin gleichzeitig aber immer reicher geworden. Ich habe ungeahnt schöne Landschaften gesehen, sehr herzliche Menschen kennengelernt und viele neue Freunde gewonnen.

Vor allem meine Zeit in Ruanda hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir losziehen und die Distanz, welche unsere Länder trennt, überbrücken. Sobald wir das tun und auf die Menschen zugehen, werden wir von einer unglaublichen Warmherzigkeit der dort lebenden Menschen überrascht und erleben Momente, die sich mit keinem Geld der Welt bezahlen lassen können.

Ich erinnere mich an ein Spiel, welches wir in der neunten Klasse im Sozialkundeunterricht gespielt haben. Es ging darum, ob wir uns als Deutsche, als Europäer oder als Weltenbürger fühlten. Die Mehrheit der Klasse fühlte sich ausschließlich als Deutsche. Ich glaube es ist wichtig, dass wir beginnen uns nicht nur als Deutsche, sondern auch mehr und mehr als Weltenbürger zu fühlen und Menschen, die aus anderen Ländern kommen nicht als Ausländer, sondern als potentielle Freunde betrachten.

Ich möchte mit diesem Artikel andere Jugendliche motivieren, es zu wagen das gewohnte Deutschland nach dem Schulabschluss hinter sich zu lassen und für eine Weile Neues zu erkunden.

Es gibt viele Orte auf der Welt, an denen wir mit unendlicher Gastfreundschaft und freundlicher Neugier über unser Leben in Deutschland begrüßt werden, unsere Partnerschule in Ruanda ist zum Beispiel einer davon.

Ich möchte noch erwähnen, dass ich meine Reise vollkommen selbst finanziert habe, durch ein paar Monate Arbeit nach dem Abitur und Farmarbeit in Australien. Mit einem geringen Anspruch an Komfort und durch günstige Reiseländer hatte ich die Möglichkeit, mit einem schmalen Budget so viel Unglaubliches zu erleben. Ob arm oder reich, es ist wirklich jedem aus Deutschland möglich eine große Reise anzutreten und die Welt durch Reisen mit ein bisschen Mut, Disziplin und Bescheidenheit für sich erobern.

Merihan Negm