Kunstpreisträgerin Saskia Neumann im Interview: „Ich zeichne nicht für Preise, sondern um das zu tun, was ich gerne mache.“

Jedes Jahr wird von der Alexandra-Lang-Stiftung der Jugendkunstpreis in Rheinland- Pfalz vergeben, um junge Talente zu fördern. Die Gewinner erhalten ein mehrtägiges Kunstseminar, bei dem sie ihre Fähigkeiten vertiefen und sich mit anderen austauschen können.

Saskia Neumann (MSS11) hat mitgemacht und mit elf anderen ein Wochenende in der Nähe von Bad Kreuznach gewonnen. Die 17-jährige berichtet über die Erfahrungen, die sie dort gesammelt hat, und was sie motiviert, Kunst zu machen.

Wie hast Du von dem Preis erfahren und warum hast du dich dafür entschieden teilzunehmen?

Als ich im Internet nach Kunstwettbewerben gesucht habe, bin ich über die Website der Alexandra-Lang-Stiftung gestolpert. Ich habe mir dann durchgelesen, was man dafür machen muss und dachte: „Eigentlich kann ich machen, was ich will! Und das ist genau mein Ding!“

Was hast du konkret eingeschickt?

Acht Zeichnungen (50 x 70cm), die komplett unterschiedlich waren. Es war auch eine Plastik darunter: Ein Kuchen, der aussah wie ein Dino.

Hast Du ein Lieblingsbild?

Ja, ich nenne es „Die Atomfrau“. Also, die Frau, die darauf zu sehen ist, wirkt sehr zerstört.

Was denkst du dir, wenn du zeichnest?

Kommt ganz darauf an, was ich mache. Manchmal ist es einfach, um mal den Kopf leer zu kriegen. Dann bin ich mir oft erst im Nachhinein im Klaren, was ich gemacht hab. Und manchmal ist es einfach so: „Hey, ich habe voll die gute Idee! Das muss ich umsetzten!“. Dann denke ich vorher darüber nach, was ich mache. Meistens haben meine Bilder irgendeinen Sinn. Ich zeichne eigentlich nichts Sinnloses.

Wie oft zeichnest du?

Kommt ganz darauf an. So von 30min am Tag bis zu 10 Stunden (absolute Ausnahme!). Am Wochenende meistens mehr. Einfach, wenn ich Zeit habe. Es kommt auch vor, dass ich nachts dasitze und zeichne. Je nachdem.

Wie bist du zum Zeichnen gekommen?

Ich habe absolut keine Ahnung. Ich habe früher schon gerne gezeichnet und irgendwie ist es dann ausgeartet…

Wie war dann das Seminar-Wochenende?

Erstmal mega interessant! Es waren viele Leute da, von denen man sehr viel lernen konnte. Und alle haben was mit Kunst gemacht, aber alle etwas total Unterschiedliches. Niemand hat genau das Gleiche gemacht. Auch bei den anderen, die mitgemacht haben: Jede der 12 Mappen unterschied sich. Es war mehr als inspirierend solche Leute kennenzulernen, Dinge zu sehen, auf die man selbst nie gekommen wäre. Man denkt sich: „Hey, ich will das auch ausprobieren! Ich will das auch so können, wie er oder sie das kann!“ Das bringt einen enorm weiter. Es gab zum Beispiel einen Mediendesigner und einen Kunstfilmdesigner, der einen Kurzfilm aus Tusche gezeichnet hat, ohne diesen zu animieren.

Hast du jetzt neue Ziele für deine Zukunft?

Neue Ziele nicht wirklich. Eigentlich habe ich noch genau die gleichen Ziele wie vorher auch.

Welche?

Es ist eher eine Idee. Mir war vorher schon klar, dass ich irgendetwas mit Kunst machen will später.

Weißt du was genau?

Da bin ich mir noch nicht so sicher. Wenn man mich jetzt frage würde, würde ich vielleicht Kunst studieren. Aber das muss ich in zwei Jahren nochmal überdenken.

Bist Du stolz, dass du gewonnen hast?

Nicht wirklich.

Warum nicht?

Ich habe mitgemacht, wäre aber auch nicht super traurig gewesen, wenn ich nicht gewonnen hätte. Weil ich nicht für andere zeichne, sondern einfach, weil ich es gerne mache. Ich zeichne auch nicht für Preise, sondern um das zu tun, was ich total gerne mache. Mir geht es nicht darum, irgendetwas zu gewinnen oder um Anerkennung zu erhalten. Ich mache es für mich, weil ich es gerne mache!

Vielen Dank für das Interview!

Dieses Wochenende ist Saskia wieder unterwegs: „Entspannt ein Wochenende Kunst machen, mit ganz vielen idiotischen Leuten, die auch gerne Kunst machen!“

Lilli Wallot (11)

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