Feedbackmethoden zum Ausprobieren!

Quelle: Müller

In der Berufswelt ist Feedback (im Kontext der Gruppendynamik) in unterschiedlichster Form (z.B. bei der Mitarbeiterbeurteilung oder 360° Feedback) seit einigen Jahren zu einem wichtigen Werkzeug geworden.

Somit stellt sich auch die Frage, ob man auch auf Feedback vermehrt im Unterricht zurückgreifen sollte. 

Die Antwort von Tabea Tüshaus beim Schule.Ist.Leben-Camp dazu war ein klares Ja: Zum einen gibt Feedback durch die Schüler dem Lehrer die Möglichkeit, sich zu verbessern und das Unterrichtsklima angenehmer zu gestalten. Die Schüler fühlen sich zudem ernst genommen und sie lernen konstruktive Kritik zu geben, was auch in ihrem späteren Leben eine wichtige Kompetenz darstellt. Tatsächlich führt es auch zu einer Entlastung des Lehrers, da die Schüler sich motivierter am Unterricht beteiligen.

Beim Feedback geht es um eine wertvolle und im Idealfall wertschätzende Außensicht auf das eigene Handeln (Fremdbild), um aus dieser zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Es gibt verschiedene Feedbackmethoden, wobei manche erstaunlich wenig Aufwand bedeuten und ideal für das Ende einer Unterrichtsstunde geeignet sind.

Das Fünf-Finger-Feedback

Diese Methode nutzt die fünf Finger des Feedbackgebers und ist schriftlich sowie mündlich möglich. Es ist eine gute Möglichkeit, am Ende einer Unterrichtsstunde von jedem Schüler ein sehr schnelles Feedback zu bekommen. Dabei wird den Fingern jeweils eine eigene Bedeutung bzw. Fragestellung zugeschrieben. 

Der Daumen bedeutet so viel wie „Das hat mir gut gefallen…“, also ist er mit einem Like vergleichbar. 

Der Zeigefinger gilt als Hinweis bzw. „Das möchte ich noch sagen…“ und gibt dem Feedbackgebenden die Möglichkeit noch etwas hinzuzufügen. 

Den Mittelfinger kann man mit einem Dislike und „Das hat mir gar nicht gefallen…“ gleichsetzen. Auch hier kann man um eine genauere Erläuterung bitten. 

Der Ringfinger sagt so viel wie „Das war für mich besonders wertvoll…“ oder „Das nehme ich mit…“. 

Schließlich gibt es noch den kleinen Finger, welcher einen Mangel symbolisiert: „Das hat mir gefehlt…“.

Bei der schriftlichen Variante ergänzt der Feedbackgebende die Sätze. Diese kann man mit allen Fingern machen oder nur mit einem ausgewählten, der die Wahrnehmung am meisten widerspiegelt.

Eine vereinfachte Form dieser Methode wäre Like/Dislike.

Die Zielscheibe

Die Zielscheibe ist, wie der Name schon vermuten lässt, eine Scheibe, welche in mehrere Kategorien eingeteilt wird. Diese können z. B. das Lernklima, die Gestaltung, das Thema und die eigene Motivation des Schülers sein. Dabei ist die Wertung in der Mitte am besten und wird nach außen immer weniger gut. 

Die Schüler kleben ihre „Pfeile“ (das können farbige Punkte sein) in jede Kategorie so wie sie es empfunden haben. 

Diese Methode bringt Bewegung in die Klasse und es lässt einen übersichtlichen Gesamteindruck entstehen. Diese Methode ist ebenfalls wenig aufwändig und gibt die Möglichkeit, dass auch schüchterne Schüler miteingebunden werden, da sie non-verbal ist.

Andere Formen dafür wären zum Beispiel ein Bewertungsplakat (Mit „++“, „+“, „-“, „–“) oder das Hinstellen an einer Feedbacklinie.

Das Mentimeter

Das Mentimeter ist eine kostenfreie Website, welche zum Abstimmen, Brainstormen und viele weitere Sache wie Quizzes genutzt werden kann. Hier muss sich nur der Lehrer anmelden und die Schüler bekommen einen Zugangscode.

Der Vorteil daran ist, dass jeder anonym bleibt und man sich somit traut auch ehrlich zu sein. Zudem ist es eine schnelle Methode und man findet viele Erklärungen im Internet.

Natürlich braucht jeder Schüler ein Gerät (z.B. Smartphone oder Tablet) mit dem er Abstimmen kann, allerdings sollte das in höheren Klassenstufen kein Problem sein.

Weitere hilfreiche Internetseiten sind z. B. Edkimo und SEfU.

Ich würde mir jedenfalls wünschen, wenn mehr Lehrer Feedback nutzen, um ihre Unterrichtsmethoden besser an die Bedürfnisse ihrer Schüler anzupassen und sich selbst weiterzuentwickeln. Wer das einmal ausprobieren möchte, kann gerne mal auf mich zukommen!

Amelie Müller (MSS 11)

3 Kommentare zu "Feedbackmethoden zum Ausprobieren!"

  1. Marion Willems | 14/11/2020 um 21:40 | Antworten

    Liebe Amelie,
    ich finde es toll, wie Du Dich engagierst und mit Deinem Beitrag das Miteinander reflektierst und damit das Leben besser machst. Weiter so!
    Herzliche Grüße
    Marion

  2. Liebe Amelie,

    Großartig zusammengefasst und auf den Punkt gebracht!

    Liebe Grüße
    Tabea Tüshaus

  3. Und was wäre das für ein Träumchen, wenn die Schüler und Studenten sehr viel besser auf das spätere Berufsleben vorbereitet würden, was diese Kompetenzen anbelangt.
    Ein nennenswerter Teil der Energie fließt heute in die Förderung dieser Fähigkeiten bei den Mitarbeitenden.

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