Ein Jahr in Japan

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Ein Jahr raus aus dem Alltag – rein ins Abenteuer: Ein Schuljahr im Ausland zu verbringen ist Traum vieler Schülerinnen und Schüler!
Daniel hat sich diesen Wunsch nach der 10. Klasse erfüllt und verbrachte fast ein Jahr in Japan. Was er dort Interessantes erlebte, welche bizarren Begegnungen er machte und was er alles aus diesem Jahr voller Erfahrungen mitnimmt, lest ihr im folgendem Interview mit dem 18-jährigen.

Zunächst einmal: Wie bist du auf die Idee gekommen, ein Jahr im Ausland zu verbringen?

Ich wollte schon ungefähr seit der 9. Klasse noch eine neue Sprache lernen und eine andere Kultur kennenlernen! Ein Auslandsjahr schien mir dafür am besten geeignet, da man in so einer langen Zeit wirklich die Kultur, Traditionen und Menschen kennenlernen kann.

Welche Sprachen sprichst du mittlerweile?

Deutsch, das ist meine Muttersprache, Englisch, Japanisch und ein bisschen Spanisch. Latein kann ich auch, falls das zählt!

Wie hast du dein Auslandsjahr organisiert und auf was hast du dabei geachtet?

Ich habe mich bei zwei Organisationen (AFS und YFU) beworben und wurde von AFS angenommen. Nach der Zusage wurde ich zu meinen Wunschländern befragt, wobei ich mich für vier Länder entschieden habe.
Mein Favorit Japan ist es dann schlussendlich geworden.
Bei den Organisationen habe ich besonders auf gute Beurteilungen und auf deren Erfahrung geachtet. AFS hat beispielsweise schon 1948 seine ersten Austausche organisiert und hat auch einen großen Teil dazu beigetragen, dass es so etwas heute überhaupt gibt.
Ich war sehr zufrieden mit der Organisation, der Betreuung und den Mitarbeitern von AFS und kann sie auf jeden Fall empfehlen.

Am 23.03.2016 begann für Daniel, der heute die 12. Jahrgangsstufe besucht, endlich das Abenteuer „Auslandsjahr“. Aber was muss man eigentlich alles erledigen, bevor es los geht?

Ich musste mein Visum beantragen und mich natürlich um das Finanzielle kümmern. Dabei haben mich meine Eltern unterstützt und ich habe zusätzlich ein Stipendium von AFS bekommen. Mein Austausch hat ungefähr rund 9.000€ gekostet.
Dann habe ich drei Vorbereitungskurse besucht und musste sehr sehr viel Papierkram erledigen: Anträge stellen/ausfüllen, Briefe für die Familien schreiben, u.v.m….

Genug vorbereitet – bereit zum Abflug! Wie kann man sich deine Ankunft im Zielland vorstellen?

Also wir waren eine Gruppe von elf Leuten, die in ganz Japan verteilt ihre Gastfamilien hatten.  Zunächst sind wir alle zusammen nach Tokio geflogen und haben uns dort drei Tage die Stadt angeschaut und noch ein bisschen die Sprache „gelernt“. Danach bin ich auch schon nach Hokkaido zu meiner ersten Gastfamilie gekommen. Das war ein älteres Ehepaar. Sie haben mich herzlich aufgenommen und ich hatte ein eigenes Zimmer.

Deine „erste“ Gastfamilie?

Ja. Ca. nach der Hälfte des Jahres habe ich meine Gastfamilie getauscht, da es ein paar Probleme gab. Meine zweite Gastfamilie war auch ein älteres Ehepaar, aber sie hatten viele Kinder und so war immer etwas los.

Was war am schwierigsten für dich?

Am Anfang war es ein bisschen schwierig Anschluss zu finden, vor allem weil niemand Englisch sprach, noch nicht einmal an der Schule. Aber später habe ich viele Freunde gefunden und mich gut integriert.

Gab es eine Situation, in der du mal nicht weiter wusstest oder in der dir etwas Seltsames passiert ist? Und wenn ja, wie hast du reagiert?

Ersteres eher nicht.
Aber ja, mir ist etwas sehr Merkwürdiges passiert. Es ist öfter vorgekommen, dass ich von den Mädchen in der Schule angesprochen wurde, ob ich ein Foto mit Ihnen machen könnte. Wenn ich das dann gemacht habe, habe sie angefangen zu kreischen und sind mir hinterhergerufen.
Das war wirklich sehr komisch für mich, aber wirklich darauf reagiert habe ich dann nicht.

Damit hätte ich nicht gerechnet…
So weit von zu Hause weg, hattest du da auch mal Heimweh?

Klar vermisst man mal seine Freunde und Familie. Aber eigentlich hatte ich nur in den ersten Monaten ein bisschen Heimweh.

Möchtest du wieder zurück?

Jaaaa !!!
Ich war auch gerade erst (in den Herbstferien) wieder dort!

Zum Schluss noch eine kleine Zusammenfassung: Was nimmst du mit aus diesem Jahr?

Auf jeden Fall die Offenheit für Menschen und Kulturen zu haben. Jedem unvoreingenommen gegenüberzutreten und sich auf Neues einzulassen. Dann natürlich auch die neue Sprache, die ich gelernt habe.
Und noch die Selbstständigkeit, sich neuen Herausforderungen zu stellen und diese alleine zu bewältigen. Das hat mich auf jeden Fall geprägt!

Scheint, als ob er wirklich sehr viele Erfahrungen gemacht hat und sich der Aufwand und manche Herausforderung gelohnt haben. Am Ende des Interviews wird auch klar, dass es gar nicht möglich ist alle Erfahrungen und Erlebnisse in ein einziges Interview zu packen…
Vielen Dank für diese interessanten Einblicke!

Vielleicht habt ihr noch Fragen an Daniel?

Dann schreibt sie in das Kommentarfeld! Je nach dem, wie viele Fragen noch offen geblieben sind, laden wir Daniel dann noch einmal zu einem Interview ein und stellen ihm eure Fragen!

Das Interview führte Julia Zimmermann (MSS 13)

1 Kommentar zu "Ein Jahr in Japan"

  1. Pizzavernichtungsmaschine | 30/10/2017 um 17:30 Uhr | Antworten

    Eine Frage habe ich:
    Wie kommt man auf Japan, warum nicht die „klassischen“ Länder wie z.B. die Vereinigten Staaten?

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