Ein halbes Jahr Australien

Quelle: Paul Thorand

Ich habe die letzten sechs Monate in Adelaide, Australien, verbracht. Adelaide ist die Hauptstadt des Bundesstaates “South Australia” und liegt direkt am Meer. Auch wenn sich ein halbes Jahr schlecht in einem einzigen Euli-Artikel zusammenfassen lässt, möchte ich doch hier einige meiner Erfahrungen teilen.

Schule

In der Schule (etwa so groß wie das LG) müssen wir Uniform tragen. Erst war es etwas seltsam, aber ich habe mich schnell daran gewöhnt. Abgesehen davon hat man in der Schule viele Freiheiten, z.B. bei der Fächerwahl. Die einzigen Fächer, die man nehmen muss, waren Mathe und Englisch, alle anderen konnte man sich selbst zusammenstellen. Es gibt ganz andere Fächer als in Deutschland, z.B. Food and HospitalityOutdoor Education oder Psychology. Am meisten Spaß macht mir Outdoor Education. In Outdoor Education sind wir auf zwei Camps gegangen, und im Unterricht haben wir uns vorher mit Dingen wie Erste-Hilfe, Zelte aufbauen, Campingkocher bedienen etc. beschäftigt. Auf den Camps ist das Titelbild dieses Artikels entstanden. Es war echt eine tolle Zeit. An normalen Schultagen haben wir statt sechs Fächern meistens nur drei, also drei Doppelstunden. Seltsamerweise hat sich deswegen der australische Schultag kürzer angefühlt, obwohl hier eine Schulstunde 60 Minuten dauert. Außer mir sind noch andere internationale Schülerinnen und Schüler da und selbst die Lehrer kommen aus fast allen Teilen der Welt. Da alle Schülerinnen und Schüler von der Schule einen Laptop bekommen haben, läuft die meiste Arbeit digital per Google Classroom (vergleichbar mit IServ).

Gastfamilie

Meine Erfahrung mit australischen Gastfamilien ist chaotischer, als ich es mir vorgestellt habe. Die ersten drei Monate habe ich in einer Familie mit zwei Gastgeschwistern verbracht. Die Gasteltern haben beide gearbeitet. Als die Gastmutter aber zu ihrer kranken Schwester nach England reisen musste, musste ich wechseln. Die nächsten drei Wochen habe ich bei einer alleinstehenden und kinderlosen Frau, die als Krankenschwester gearbeitet hat gewohnt. Nachdem ich mit der zuständigen Stelle telefoniert hatte, konnte ich dann auf eigenen Wunsch in die dritte und letzte Gastfamilie wechseln. Dort bin ich nicht der einzige internationale Schüler, es ist noch ein Junge in meinem Alter aus Japan da. Anfangs habe ich mich darüber gefreut, ganz nach dem Motto “kultureller Austausch”, aber davon war nichts zu finden. Außer “Yes”, “No” und “I don’t know” habe ich ihn praktisch nichts sagen hören, was ich schade fand, denn gerade auf diesen “kulturellen Austausch” hatte ich mich gefreut. Bei allen Gastfamilien hat das Essen gut geschmeckt – wenn auch etwas ungesünder war als die “Deutsche Küche”.

Freizeit

Auf den Webseiten der Agentur und der Schule wurde beworben, dass gerade von der Schule verschiedene außerschulische Aktivitäten speziell für die internationalen Schüler angeboten werden. In der Realität war dss, ob nun wegen Covid (in Australien sagt man “covid” nicht “corona”) oder wegen unrealistischer Werbung, nicht wirklich so. Als mir das nach etwa zwei Monaten klar geworden ist, habe ich mir selbst einige Aktivitäten organisiert, bei denen ich echt einzigartige Erfahrungen gemacht habe. Wilde Delfine beim Jetskifahren sehen, eine “ guided rooftop climb” tour am Adelaide Stadion und eine Kayaktour auf dem Fluss durch Adelaide sind einige der Highlights. Auch habe ich viel mit Freunden, die ich hier kennengelernt habe, unternommen.

Fazit

Abschließend kann ich sagen, dass ich froh bin, dass ich diese Erfahrung machen konnte. Ich kann so einen Auslandsaufenthalt jedem, der die Möglichkeit dazu hat, empfehlen. Man lernt eine andere Kultur, andere Menschen, ein anderes Schulsystem und eine andere Sprache kennen. Wer noch weitere Fragen hat, kann diese gerne stellen, ich antworte gerne.

Paul Thorand (10B)

1 Kommentar zu "Ein halbes Jahr Australien"

  1. Super Artikel, realistisch geschrieben!

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