Das Schulcafé – Ein Trauerspiel in drei Akten

Schauplatz:

Café Paule

Handlung:

Es war einmal ein Gymnasium im Herzen der Stadt Grünstadt mit rund 1000 Schülern. Diese Schule, die ihren heutigen Standort bereits in den 60er Jahren eingenommen hat, besaß ein kleines, schnuckliges Schulcafé namens „Café Paule“. Dieses Schulcafé wiederum war so exquisit, dass nur die hochintelligenten, gesitteten Schülerinnen und Schüler der MSS Zugang dazu hatten. Wilde Gerüchte über Pokerabende, ein Gerät, das Musik von sich gab, Wettessen und Koffeinmissbrauch kursierten in den unteren Stufen.

Eigentlich konnte es gar nicht besser sein, nicht wahr? In diesem Raum konnten unausgeschlafene Kaffeejunkies den hochverdienten Schlaf in den („Frei-“)Stunden nachholen, der neueste Klatsch und Tratsch wurde verbreitet und ominöse Kurstreffen abgehalten.

Doch dann – der Schock. Das Schuljahr 2017/2018 brach an – und dies sollte alles ändern. Zum ersten Mal in der Geschichte blieben die Türen des Café Paule geschlossen.

Sie, verehrte Leser, fragen nach dem Grund? Nun, die Übeltäter sind leicht zu finden, betreten Sie einfach nacheinander alle Klassensäle und werfen einen Blick in die Runde. Exakt, die Schüler sind an dem Ausbleiben von frischen Magenfüllern, Wachmachern und unterhaltsamen Runden Schuld.

Denn wie üblich gibt es natürlich auch beim Café Paule einen Knackpunkt: Die Schüler des LGs sind selbst dafür verantwortlich, dass zu jeden Pausen Verkaufspersonal antritt und die hungrigen Mägen der Schüler füllt.

Analyse:

Liegt es tatsächlich nur an der Faulheit der Schüler der MSS, dass die Liste, die neben dem Fernseher des Online-Vertretungsplans am Haupteingang hängt, unausgefüllt ist? Und warum war dies all die vorherigen Jahre kein Problem?

Um diese Frage beantworten zu können, muss man noch eine weitere Komponente der Schule unter die Lupe nehmen: Den Schulkiosk. Vermutlich werden Sie sich jetzt fragen, was das eine denn bitte mit dem anderen zu tun hat.

Ganz einfach: Seitdem der Kiosk ebenfalls von Schülerinnen und Schülern des LGs geleitet wird, ist er ein ernstzunehmender Konkurrent geworden. Interessenten des Kaufgeschäfts ziehen es nun vor, hinter seiner Theke zu stehen und Pausensnacks zu verkaufen, anstatt im Café Paule Dienst zu tun. Und so kam es eben, dass das Schulcafé heutzutage einsam und verlassen sein Dasein fristet.

Eigene Meinung:

Doch ist es wirklich unmöglich, dass die neuen 11er ihre Nase eines Tages ebenfalls in diesen Raum stecken und den anheimelnden Duft nach Brötchen, Kaffee und weiteren Leckereien erhaschen werden?

Nein, meiner Meinung nach ist dies ganz und gar nicht in weiter Ferne. Betrachtet man sich die oben erwähnte Liste, so fehlen gar nicht mehr viele Namen, um das Café Paule wieder zu dem zu machen, was es einmal war: Ein Treffpunkt von Schülern für Schüler. Also, schwingt eure verlängerte Rückenpartie von den Sitzen und tut etwas für die schülerische Allgemeinheit!

Ich habe schließlich Hunger!

Kira Marie Niederberger (MSS11)