„Am Ende ist es am wichtigsten, dass ich etwas mache, was mir wirklich gefällt“ – Helena Mohr im Interview

Quelle: Medienmalocher

Was mache ich eigentlich nach dem Abitur? Für Helena Mohr, eine ehemalige Schülerin des Leininger-Gymnasiums, stand fest – sie will BWL studieren und in der Wirtschaft arbeiten. Jetzt wohnt sie in Essen und besitzt dort ein eigenes Geschäft namens „von Grünstadt“. Sie verkauft plastikfreie Haushaltswaren, Naturkosmetik und Drogerieartikel, die dabei helfen, ein nachhaltigeres und einfacheres Leben zu führen. Ich habe sie interviewt und gefragt, wie es dazu gekommen ist.

War es schon immer dein Traum, ein Geschäft mit nachhaltigen Produkten zu eröffnen?

Ich habe zwar davon geträumt, irgendwann einen eigenen Laden zu haben, aber dass ich mal nachhaltige Haushaltswaren und Naturkosmetik verkaufen werde, war so nicht geplant. Stattdessen habe ich mir vorgestellt, wie ich jeden Tag im Kostüm zur Arbeit gehe, an Meetings teilnehme und beruflich durch die Welt fliege. Nach dem Abitur habe ich deswegen dual BWL studiert und war überhaupt nicht „öko“. Insgesamt zwölf Jahre habe ich dann im Bereich Logistik Management gearbeitet.

Warum hast du dich dazu entschlossen, das aufzugeben?

Meine beste Freundin hat eine vegane Kochschule in Augsburg gegründet und mich schließlich dazu inspiriert, vegan zu essen. Für mich war die Ernährung der Ausgangspunkt, danach habe ich mich immer mehr mit Themen wie Nachhaltigkeit und Minimalismus beschäftigt. Ich habe mir gewünscht, auch beruflich etwas mit einem tieferen Sinn zu machen. Die Stimme in mir, die mir gesagt hat, dass dieser Beruf nicht das Richtige für mich ist, ist immer lauter geworden. 2018, mit 31, habe ich mich dazu entschlossen, zu kündigen und mein eigenes Geschäft zu eröffnen.

Und wie haben deine Freunde und deine Familie reagiert?

Natürlich gab es auch Skepsis, aber die meisten Reaktionen sind sehr positiv gewesen. Mein Vater hat mich bei der Entscheidung bestärkt und auch manche Kollegen haben bejubelt, dass ich mich das traue und aus dem Hamsterrad aussteige.

Wie hat sich dein Leben noch verändert, seitdem du dich mit den Themen Nachhaltigkeit, Minimalismus und gesunder Ernährung beschäftigst?

Mir bringt das mehr Zufriedenheit und ein einfacheres Leben. Ich habe gemerkt, dass ich vieles nicht brauche, was mir heute zum Beispiel von der Werbung erzählt wird. Das Leben ist auch so schon schön genug und es tut gut, sich von allem Überflüssigen zu befreien. In meinem Laden „von Grünstadt“ gibt es deswegen nur Produkte zu kaufen, die nachhaltig sind.

Helena, warum der Name „von Grünstadt“?

Ich bin hier in Grünstadt aufgewachsen. Grünstadt ist meine Heimat und ich verbinde damit viele schöne Erinnerungen. Außerdem passt der Name, weil die Farbe Grün oft mit öko und bio verbunden wird. Viele Kunden wissen allerdings gar nicht, dass es die Stadt Grünstadt wirklich gibt.

Was würdest du Schülern raten, die selbst noch nicht wissen, was sie nach dem Abi machen wollen?

Ich glaube, es ist wichtig, sich deswegen keinen Druck zu machen. Früher hat man einen Beruf ein ganzen Leben lang gehabt, aber heute kann ich den Beruf einfach wechseln, wenn ich etwas anderes machen möchte. Am Ende ist es am wichtigsten, dass ich etwas mache, was mir wirklich gefällt.

Vielen Dank für das Interview!

Dieses Interview führte Sarah E. Kühn (MSS 13).

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