18. Türchen: Weihnachten – das Fest der Verrückten

Jeder weiß es, aber keiner kann es so wirklich erklären: An Weihnachten und in der Zeit davor verhalten sich die Menschen anders als im restlichen Jahr. Die einen befinden sich im Stress und lassen sich von der Zeit kontrollieren, andere verteilen Liebe, die sie das ganze Jahr über in sich gesammelt und nicht rausgelassen haben und wiederum andere holen ihre verpassten Kirchgänge, die sich angesammelt haben nach und verhalten sich in dieser Zeit frommer als je zuvor.

Alle Menschen haben ihre eigene Art mit der „Weihnachtssituation“ umzugehen, aber ein paar sehr spezielle Formen gibt es immer wieder.

Beispielsweise käme in Schweden keiner auf die Idee Michel aus Löneberga anzusehen beziehungsweise vorzulesen, stattdessen schaut dort jeder die Serie von Donald Duck in der Adventszeit. Während wir uns fragen, was denn eine Ente, bis auf ihre Ähnlichkeit mit einem Truthahn, mit dem Weihnachtsfest zu tun haben soll, ist dies in Schweden eine langjährige Tradition. Auch die Tatsache, dass die Menschen in Venezuela am 24. Dezember grundsätzlich nur auf Rollschuhen in die Kirche fahren, ist für uns Deutschen, die darauf achten ein ruhiges und gesittetes Weihnachtsfest zu verbringen, sehr ungewöhnlich und wild für ein Fest der Besinnlichkeit. Diese Fortbewegungsmethode könnte man ja noch damit erklären, dass die Venezolaner dem angefutterten Weihnachtsbäuchlein den Kampf ansagen wollten, aber warum binden sich am Vorabend alle Kinder eine Schnur an den großen Zeh, welche sie zum Fenster hinaushängenlassen und so ihre vorbeilaufenden Nachbarn dazu auffordern an dieser zu ziehen? Genauso unbegreiflich wie diese ist mir auch die nächste verrückte Tradition. Während der Adventszeit füttern die Katalanen einen Baumstamm namens „Caga Tío“ mit Süßigkeiten, denn sie glauben, dass je mehr Süßigkeiten sie ihm bringen, desto mehr Geschenke erhalten sie zum Schluss von ihm. Am 24. Dezember wird jedem Kind aus Katalonien (einem Teil von Spanien) ein Holzknüppel in die Hand gedrückt, mit welchem sie dann auf den „Caga Tío“ einschlagen dürfen. So prügeln sie die Geschenke aus ihm heraus. In anderen Ländern bekommen die Kinder immer wieder gesagt, dass es nur Geschenke gäbe, wenn sie brav seien und dort muss man sich die Geschenke mit Gewalt (an einem Baumstamm) verdienen. Dies erscheint mir alles sehr ungewöhnlich, aber wie denken wohl die Schweden, die Venezolaner oder die Katalanen an über unsere Weihnachtsbräuche? Viele Familien stellen dem Christkind einen Teller voller Süßigkeiten hin, dass es mehr Geschenke dalässt oder um sich schon im Voraus zu bedanken. Auf andere Kulturen muss das ja wie eine reine Lebensmittelverschwendung wirken. Wenn Ihr auch „ungewöhnliche“ Weihnachtsbräuche kennt, dann schreibt es uns doch einfach.

Johanna Hartkopf (MSS12)

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